Startseite
  Über...
  Archiv
  Definitionsliste
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Cafe Anime
   Fanfiktion.de
   Animexx

Webnews



http://myblog.de/edo-chan

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Pissed off - und das nicht zu knapp

Ich bin sauer. Ich krieg geringfügig die Krise, ja.

Ich hock hier, mir kocht so die Wut hoch, dass mein Magen rumort, ich habe Kopfschmerzen und die Musik ist mittlerweile so laut, dass mir die Ohren weh tun. Noch dazu habe ich Hunger, aber bei der Wut ist es nicht möglich, etwas zu essen. Auf keinen Fall.

Mein erster Gedanke war ja eben, ne Weile raus zu gehen zum Abregen und vielleicht auf der Heimtour dann ne Flasche Sake zu besorgen oder so was… Bis mir dann auffiel, dass ich ja bis auf die Knochen blank bin und meine Eltern mir eh verbieten werden, um diese Zeit raus zu gehen.

Meine Eltern.

Ja, der saugeile Knackpunkt.

Ich freu mich ja saumäßig, dass es ihnen gut geht und sie wieder klar kommen mitt’nander, aber müssen sie denn wirklich auch in DIESEM Fall zusammenarbeiten?
Ich krich nen Haschmich. Echt. Aber voll.

(Erwähnte ich schon, dass ich jedes Mal zusammenzucke, wenn Chester mir in die Ohren brüllt? Aua.)

Es ist herrlich, wie unfähig man sich doch vorkommen kann. Da ist man wieder einigermaßen gut gelaunt, weil man es doch geschafft hat, über das täglich begrenzte Zeichenpotential hinaus zu schießen, geht mal hallo sagen und das erste, was kommt ist
„Na, Bewerbung abgeschickt?“
Und schon sind meine Mundwinkel unter der Grasnarbe.

Ich kann weder Photoshop noch irgendetwas der gleichen noch sehen – es kotzt mich an, okay???
Und dann dieses stundenlange Gelaber in dem sich dann natürlich drei Mal (wenn nicht noch öfter) wiederholt wird. Erst heute Morgen direkt nach dem Aufstehen (was den Effekt hatte, dass ich mein Frühstück auf eine Tasse Tee beschränkte) und dann noch mal Abends, was nun den Effekt hat, dass mein Abendessen in Form einer 2L Flasche Wasser ausfällt, weil ich zu wütend bin, etwas zu essen.

Mir ist auch klar, dass meine Eltern mich nicht unter Druck setzen wollen, weil Geld rein kommen soll oder so, das weiß ich auch – trotzdem heißt es jedes Mal, wenn man sich sieht „Na, Bewerbung schon weggeschickt?“
Dabei kennen sie mich und wissen, dass ich so etwas dann aus motorischem, unkontrollierbarem Trotz nicht mache. Sowas nennt sich auch „pubertäre Nachwirkungen“. Passiert, wenn man 18 ist, hin und wieder noch mal.

Sie wollen, dass ich nicht so viel Leerlauf habe und nen Job finde – cool, nur so ganz nebenbei, das will ich auch. Ja, echt jetzt! … man ey. Und dann dieses Gelaber, als sei es so, dass ich kein Selbstvertrauen hätte. Ich soll mich doch endlich mal trauen und einen Schritt nach vorne machen. Man würde mir auch ansehen, dass ich jung bin und meine Fähigkeiten ausbaufähig – ACH NEE! Echt jetzt? Krass. Wusst’ ich noch nicht.
Wenn mir meine Bewerbung noch nicht gefällt, dann ist es doch klar, dass ich sie nicht abschicke, sondern immer wieder überarbeite, bis sie mir wenigstens halbwegs in den Kram passt, oder? Muss man mich dann auch noch mit so einem Mist belabern und mich nebenbei erwähnt auch noch vollkommen falsch einschätzen und dann weghören, wenn ich es richtig stellen will?
Und dann dieses fucking Hin und Her ja?
Du musst dich für die Berufswelt verändern und so sein, wie die Leute dich haben wollen – aber bleib bloß du selbst und sei selbstzufrieden, ja? JA, WAS DENN JETZT??? Soll ich mich zerreißen, oder was? Hab ich nen Zwilling, von dem ich nichts weiß? Vielleicht sollen wir ja unterschiedlich gedrillt werden und mein Zwilling ist abgehauen oder so, weswegen jetzt ne Zweiteilung an mir hängt – oder hab ich das einfach verkannt?
Warum verstehe ich nicht, was die von mir wollen?
Warum verstehen die nicht, was ich meine und was ich da nicht verstehen kann?

Warum bin ich nicht einfach eine dumme Tippse mit langen Fingernägeln geworden?

Und als wenn das alles wäre… hehe. Nein. Nein, das war noch lange nicht alles meine Lieben – ich fang grade erst an. Ja, genau… genau so ist es… MIR PLATZT NÄMLICH BALD DER KRAGEN!!!

Verdammt noch mal, immer soll ich da sein, unterstützen und helfen. Ich soll um dich herum sein, dir eine Stütze sein und mich am Liebsten jeden Tag bei dir melden. Ich würde dir gern zu Füßen liegen, aber warum, WARUM zum Teufel trittst du mich, wenn ich es versuche?
Warum behauptest du, dass ich dich abweise und all so was?
Warum sagst du das und tust doch schon viel länger das Selbe mit mir?
Was ist mit dir los, wer bist du? Wo ist der Mensch, den ich kennen gelernt habe? Hab ich da jemand anderen vor mir gehabt, der den Job einfach abgegeben hat?
Ich bin wütend. Wütend und enttäuscht. Und ich kann langsam nicht mehr. Ich wäre gern da, aber du lässt mich nicht. Dafür bist du dann auch nicht da und wartest stattdessen stumm, anstatt mir etwas zu sagen.

Genau du bist es nämlich, der dafür sorgt, dass ich mich, wenn ich in meinem Zimmer sitze, alle zwei Minuten umdrehe und um mich schaue, weil ich paranoide Angst habe, dass mir plötzlich jemand ein Messer in den Rücken rammt.

Und du weißt, dass ich dich meine.

 

Was haben wir denn da noch?
Ach, wo ich grade dabei bin, im Sarkasmus zu ersaufen – wie wäre es mit euch anderen?
Stellt euch vor: es gibt tatsächlich exakt EINEN verdammten Menschen, EINEN, der mir das gibt, was ich ihm gebe! Ein Mensch, der es richtig wert ist, sich um ihn zu kümmern.

Was ist mit euch?
Ihr holt euch, was ihr braucht und haut ab.

Ja.

Annika sei da, sei hier und hör mir am Telefon zu, wenn ich was zu jammern habe. Und da du einen großen Beschützerinstinkt hast, lass ich dich noch sauer werden, indem ich dir schon lang gegessene Angelegenheiten auftische. Und vergiss nicht, dir so sorgen zu machen, dass du anfängst, zu kotzen – schließlich brauch ich auch Aufmerksamkeit.

Danke für’s Gespräch.

Natürlich habe ich noch andere Menschen, die um mich herum sind. Bei manchen weiß ich auch, dass sie mir nicht mehr geben können – sie nehmen dann aber auch nicht zu viel. Diese Menschen sollen sich nicht angesprochen fühlen…

Aber der Rest, der mich so zerreißt.

Verdammt ihr könnt mich mal. Echt. Ihr könnt mich alle kreuzweise, auch, wenn ihr das hier niemals lesen werdet – kein Problem. Wartet einfach auf den Tag, an dem ich endgültig durchdrehe.

Und auch die von euch, mit denen ich schon lange einen Strich gezogen habe – verdammt, verschwindet doch endlich aus meinen Erinnerungen. Warum gebe ich mir die Schuld daran, dass ihr nicht klar kommt und ich euch nicht helfen konnte?

WARUM?
Ich weiß es nicht.

Aber lasst mich endlich in Ruhe.

 

Aber wenn ihr jetzt denkt, dass ich einen heben gehe, dann habt ihr euch geschnitten.

Ich hab nen Deal.

Und ich halte ihn ein – für jemanden, der mir gibt, was ich verdiene.

 

Warum ich all das geschrieben habe?
Damit ihr entweder was zu lachen habt, mich als Emo abstempeln könnt, euch über mich lustig machen könnt,
ODER
… um mich einfach mal aus zu kotzen, weil ich’s einfach mal belangloserweise loswerden wollte.

19.8.08 22:23


www.deja-vu.de

Erich Kästner: Knigge für Unbemittelte

Ans deutsche Volk, von Ulm bis Kiel:
Ihr esst zu oft! Ihr esst zu viel!
Ans deutsche Volk, von Thorn bis Trier:
Ihr seid zu faul! Zu faul seid ihr!

Und wenn sie auch den Lohn entzögen!
Und wenn der Schlaf verboten wär!
Und wenn sie euch so sehr belögen,
dass sich des Reiches Balken bögen!
Seid höflich und sagt Dankesehr.

Die Hände an die Hosennaht!
Stellt Kinder her! Die Nacht dem Staat!
Euch liegt der Rohrstock tief im Blut.
Die Augen rechts! Euch geht’s zu gut.

Ihr sollt nicht denken, wenn ihr sprecht!
Gehirn ist nichts für kleine Leute.
Den Millionären geht es schlecht.
Ein neuer Krieg käm ihnen recht,
So macht den Ärmsten doch die Freude!

Ihr seid zu frech und zu begabt!
Seid taktvoll, wenn ihr Hunger habt!
Rasiert euch besser! Werdet zart!
Ihr seid kein Volk von Lebensart.

Und wenn sie euch noch tiefer stießen
und würfen Steine hinterher!
Und wenn Sie euch verhaften ließen
und würden nach euch Scheiben schießen!
Sterbt höflich und sagt Dankesehr.

 

... das legte mir mein Dad heute morgen lächelnd unter die Nase. Ich sollte mir selbst meinen Reim draus machen. Als ich dieses Gedicht von 1928 las, musste ich wahrlich grinsen!
Man könnte wirklich sagen, ich hatte ein Deja vu...
Es klingt wie eine Zukunftsvorhersage.
Dieser Mann hat, genauso, wie George Orwell, unser heutiges Leben schon vorausgeahnt

23.8.08 12:19





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung